Jasmin
schrieb am 4. Dezember 2025 um 9.21 Uhr
Nur zwei Meter.
Zwei Meter entfernt – und doch bist du weg.
.. und wir werden nie wieder miteinander sprechen.
Was die letzten Jahre ohnehin aufgrund deiner Krankheit weniger wurde, wird man nun einfach nur vermissen – und keiner kann es zurückbringen.
Heute gehen wir den letzten Weg mit dir. Die Rede ist geschrieben, die Lieder sind gewählt. Und doch bleibt da die Stille. Eine Stille, die unerträglich sein kann oder auch den Frieden erklärt, den du nun gefunden hast.
Papa, bei all den Missverständnissen, die es immer mal gab, bei all den Partys, die du gefeiert hast und die mich manchmal genervt haben, bleibe ich doch deine einzige Tochter und dein jüngstes Kind.
Verzeihen ist ein großes Wort, und das muss man erst können. Und doch weiß ich, dass wir uns nie etwas Böses wollten und uns immer nur das Gute gewünscht haben.
Papa, danke, dass du gewartet hast. Ich hätte mir sonst vieles nicht verziehen. Wo Mama immer für dich da war, war ich es zuletzt nicht mehr.
Wir waren tagelang bei dir, als deine letzten Stunden angezählt waren. Ich kam gerade hinein, sagte noch, dass du heute viel besser aussiehst als in den letzten Tagen. Man hatte dich im Bett hochgestellt. Es wirkte, als würdest du sitzend schlafen.
Du warst nicht mehr unruhig, wie in den Tagen zuvor.
Ich saß genau gegenüber von dir und schaute zu dir, als du aufgehört hast zu atmen. Deine Brust hob sich nicht mehr, und ich wusste: Es ist soweit.
Du hast gewartet.
Deine kleine Träne, die über dein Gesicht lief, werde ich nie vergessen.
Papa, ich weiß, dass es für uns unvorstellbar ist, aber für dich war es so besser.
Du wirst uns fehlen, bleibst aber in unserer Mitte.
Im Leben gibt es immer nur einen Vater.
Danke, dass du meiner warst.
Deine Mausi.